Auszüge aus "100 Jahre TV Hardheim 1895-1995" -
Festschrift des TV Hardheim zum 100-jährigen Jubiläum 1995
sowie weitere Ergänzungen, freigegeben vom Vorstand des TV Hardheim.


Geschichte des Turnvereins

Der Rückblick auf die Geschichte des Turnvereins bestätigt, wie sein Schicksal mit der geschichtlichen Entwicklung und mit dem Zeitgeist eng verknüpft ist und wie Erfolge und Mißerfolge vor allem davon abhängen, in welchem Maß sich überzeugende Persönlichkeiten und idealistische Bestebungen zu verantorungsbewußtem Planen und Handeln verbinden. Die Chronik des Turnvereins läßt erkennen, daß der sportliche Geist der Gründungszeit von Generation zu Generation weitergetragen wurde und stets ein fester Stamm sportbegeisterter Männer und Jugendlicher das sportliche Leen erhalten und entscheidend gefördert haben. Damit wird diese Vereinsgeschichte auch als Familiengeschichte aufschlußreich, denn schon die Frühgeschichte des Turnvereins präsentiert vielfach Namen, die auch in den heutigen Erfolgsberichten des Vereins wiederkehren.


Gesellschaftliche Bedeutung des Turnvereins

Der Turnverein Hardheim hat nicht nur die wichtigsten Aufgaben des Volkssports und der allgemeinen Körperertüchtigung in den verschiedenen sportlichen Disziplinen in den über 100 vergangenen Jahren mit großem Idealismus erfüllt, sondern gleichzeitig auch im gesellschaftlichen Bereich beachtliche Bedeutung gewonnen. In vielen gesellschaftlichen Veranstaltungen hat er eigene Ideen entwickelt und kulturelle Beiträge in anerkennenswerter Weise geleistet. Mit Theateraufführungen kam der Turnverein Hardheim der komödiantischen Spielfreude in der Bevölkerung entgegen, wobei sich der Verein nicht nur an die üblichen Vorlagen des Vereinstheaters hielt, sondern den Mut hatte, sich z.B. an die Aufführung des "Freischütz" zu wagen. Bei diesen Veranstaltungen sind viele Lehrer aus Regisseure aufgetreten, während viele einheimische Sportler ihrem Theaterblut freien Lauf ließen. Solche Unterhaltungsvorstellungen waren stets ein wichtiger Werbefaktor. Interessant ist zu verfolgen, daß in Hardheim auch der jüdische Bevölkerungsteil aktiv am sportlichen Leben teilnahm. In der jüngsten Geschichte Hardheims hat der Turnverein seine Offenheit abermals unter Beweis gestellt, als es darum ging, Aus- und Übersiedler, die in Hardheim eine neue Heimat fanden, in das Vereinsleben zu integrieren.


Die Entwicklung des Turnvereins

Bedingt durch die geschichtlichen Zäsuren sind beim Turnverein Hardheim mehrere Entwicklungsphasen festzustellen. So haben wir die Gründungszeit von 1895 und die Entwicklung des Vereins bei zum 1. Weltkrieg, den Wiederaufbau des Vereins von 1919 - 1933, die Zeit von 1933 bis zum 2. Weltkrieg, den sportlichen breitgefächerten, sehr erfolgreichen Neuaufbau des sportlichen Lebens nach dem zweiten Weltkrieg und schließlich die Phase, in der der Turnverein Hardheim seinen Stellenwert in der heutigen Gesellschaft im sportlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Leben gesichert hat.
Der Vergleich zwischen der Vergangenheit und er Gegenwart innerhalb der Geschichte des Vereins und der Art seiner Selbstdarstellung macht mancherlei Wandlungen offenbar, bestätigt aber stets die Grundidee des Turnvater Jahns, des den inneren Bezug zwischen körperlicher Gesundhaltung und charakterlicher und geistiger Disziplin allen bewußt gemacht hat. Die Entwicklung des Sports und der Leibesübungen hat zur Verbesserung der Gesundheitsverhältinisse, vor allem nach den unheilvollen gesundheitsschädigenden Auswirkung der Kriege, einen hervorragenden Beitrag geleistet.

In der heutigen Gesellschaft, in der wir einen hohen Lebensstandard erreicht haben, in einer Zeit, in der die Mediziner aller Welt die Gesundheitgefährdung des Menschen durch moderne Umwelt und Technik wie ein Menetekel beschwören, ist diese allgemeine Leistung des Sports im Dienste der Gesundheit des Menschen erst recht zur Zukunftsaufgabe für alle Verantwortlichen geworden.

100 Jahre Turnverein Hardheim

In großen Buchstaben steht, wie es in alten Chroniken und in Geschäftsbüchern der Kaufleute einst üblich war, auch auf der ersten Seite des Protokollbuchs des Turnvereins Hardheim aus dem Jahre 1897 das Losungswort

"Mit Gott",

um zu bekunden, daß in allen Belangen auch Gott mitwirkt und daß Gott und die Welt als Einheit begriffen werden sollen.

In schönen und mit Feder geschriebenen Buchstaben, mit schwungvollen Initialen, beginnt der Gründungsbericht in einer Niederschrift.

"Nachdem auf vorhergegangene Anregung der Turnvereine Wertheim, Walldürn und Tauberbischofsheim, insbesondere des verehrten Gauschriftwartes Reallehrer Feuerstein in Wertheim, am 29. Juni 1895 der Verein mit 22 activen und 20 passiven Mitgliedern, laut dem bei den Acten befindlichen Verzeichniß mit Namensunterschrift gegründet, wurde am 6. Juli d. J. die erste Wahl zum Turnrat vorgenommen. [...]"

Aus diesen Eintragungen geht hervor, daß vor 1870 ein Turnverein in Hardheim vorhanden war. Zwischenzeitlich wissen wir mit Sicherheit, daß in den Jahren 1860 bis 1870 ein Turnverein bestanden hat. Kassenbücher und verschiedene Abrechnungsunterlagen aus den Jahren 1861-1865, die sich in unserem Besitz befinden, sind hierfür Beweis.

In der Gründungsversammlung im Jahre 1895 konnte noch kein Mitglied für das Amt des 1. und 2. Vorsitzenden gewonnen werden. In einer zweiten Hauptversammlung mußte diese Wahl nachgeholt werden. [...]

In dieser zweiten Hauptversammlung wurde auch die Vereinssatzung vorgelegt, die am 14. August 1895 vom Großherzoglichen Bezirksamt unbeanstandet genehmigt wurde. Der Monatsbeitrag betrug damals 15 Pfennige für aktive Turner, 10 Pfennige für Zöglinge (Schüler) und für passive Mitglieder 50 Pfennige je Quartal. Ebenso wurde die Anlage eines neuen Protokollbuches beschlossen, da das alte Buch nicht mehr auffindbar war. Ferner wurde die Einteilung des Turnunterrichts vorgenommen, wozu der Turnverein Walldürn zunächst mit Turngeräten aushalf. Die Kooperation zwischen Hardheim und Walldürn hat damals, wenn auch nur auf sportlichem Gebiet, schon begonnen. Auch zu jener Zeit bedeutete das Einrücken von Rekruten für das Vereinsleben schwere Einbußen, wei auf einer Notiz zur zweiten Hauptversammlung hervorgeht. Durch diese Rekrutierung verlor der Turnverein 1895 acht seiner eifrigsten und besten Turner für einige Zeit, was sich besonders für den Aufbau des Vereins nachteilig bemerkbar machte.


Erster Turnerball

Zum ersten Mal wurde im Jahre 1864 der "Turnerball", der bis heute beliebteste Ball in Hardheim, abgehalten. Es war selbstverständlich, daß der Verein neben den sportlichen Veranstaltungen auch an nationalen Feiern teilnahm und dabei auch die obligatorische Festrede fällig war. Die Mitglieder machten sich Gedanken, ob sie in Turnkleidung oder in gemischten Kostümen an solchen Gedenktagen teilnehmen sollten. Der jeweilige Anlaß bestimmte die Kleidung.

Im Jahre 1897 wird von einem erfolgreichen Schauturnen berichtet, bei dem Liedervorträge der Stadtkapelle Walldürn zum Programm gehörten. Die Veranstaltung fan im "Löfflerischen Garten" statt. [...]

Die erste Vereinsfahne

Große Ereignisse waren die Beschaffung der ersten Fahne des Vereins und die Fahnenweihe im Jahre 1905. Durch Sammlung waren 284 Mark eingegangen, die für den Kauf der Fahne verwendet wurden. Die Frau des Vorstandes Breunig bestickte die Fahne unentgeltlich. Bei der Enthüllung des Kriegerdenkmals im Juli 1905 wurde vor Beginn des Festzuges durch Zeugwart Ignaz Leiblein den Turnern die neue Fahne überreicht.

Finanzielle, materielle und handwerkliche Hilfe für die Fahnenbeschaffung und Zubehör hatten der Vorstand Breunig, Fräulein Gärtner vom Deutschen Hof, der 2. Vorstand Orgelbauer Wilhelm Bader (Anfertigung der Fahnenstange), Schriftwart Blechnermeister Rudolf Böhrer (Anfertigung der Fahnenhülse) geleistet. Der Entwurf der Fahne stammte von August Holzmann. Kneipwart und Ratschreiber Redel hatte die Geldsammlung durchgeführt.

Vor der Fahnenweihe legte der erste Vorstand Breunig sein Amt nieder und übergab die Geschäftsführung vorläufig an seinen Stellvertreter Wilhelm Bader. Die Fahnenweihe wurde schließlich vom 26. bis 29. Mai 1906 gefeiert. Damit verbunden war ein Preisturnen der Vereine. Das Fest wurde mit einem Fackelzug und Kleiner Kneipe eröffnet. Der eigentliche Teil der Fahnenweihe wurde mit der "Tagesreveille" und mit Böllerschüssen eingeleitet. Ein weiterer Höhepunkt war der Festgottesdienst. [...]


Der erste Weltkrieg

In der Generalversammlung des Jahres 1914 wurde die alte Vorstandschaft wiedergewählt. Es konnte nochmals eine Altersriege gegründet werden, die aus 15 Mann bestand. Man trainierte einmal wöchentlich.

Als letzte Eintragung im Protokollbuch vor Ausbruch des 1. Weltkrieges war die Turnratsitzung vom 14. April 1914 zu verzeichnen, aus der hervorging, daß man Veranstaltungen des Gaues besuchen wollte udn die Durchführung des Waldfestes im Juni des Jahres, verbunden mit einem Preisturnen, plante.

In den folgenden Jahren schwieg der Chronist.

Nichts ist verzeichnet von den schweren Schicksalen, von denen auch die Familien vieler Turner betroffen waren.
[...]

Am Ende des Krieges formierte sich rasch wieder die stolze Garde der Turner Hardheims. Eine neue Vorstandschaft belebte wieder den Idealismus und die Begeisterung der Gründerjahre zum Turnsport. Das Leben ging weiter und auch das gesellige Leben forderte wieder seine Rechte.
[...]

Mit großer Begeisterung ging man an den Wiederaufbau des Vereins und bemühte sich, eine aktive, kameradschaftlich fundierte Gemeinschaft zu schaffen.
Das sportliche Leben im Turnverein Hardheim nahm nach dem 1. Weltkrieg einen starken Aufschwung. Eine große Breitenarbeit setzte ein. Neue sportliche Diziplinen kamen hinzu. Auch im gesellschaftlichen Bereich wurden neue Ideen entwickelt. Teilweise wurde der Turnverein Schrittmacher bei vielen Veranstaltungsformen für die Zukunft. Eine eigene Musikkapelle entstand, später sogar eine Jazzband. Eine Gesangsriege wurde ins Leben gerufen.

Bei Theateraufführungen wagten sich die Turner selbst an kleine Operetten und Opernquerschnitte. Auch für die Einführung von Maskenbällen mit originellen Einfällen machte sich der Turnverein einen Namen. Die Turner verstanden es, Feste zu gestalten, wobei sich die besten Kräfte einsetzten, um die Veranstaltung zum Erfolg zu führen. So wurde bereits im Jahre 1920 wieder ein Vereinsball und ein Gartenfest im "Löfflerischen Garten" abgehalten.

Beliebt wurden die Abendunterhaltungen mit der Hardheimer Musikkapelle, mit humoristischen Darbietungen und Theateraufführungen.

Im sportlichen Bereich war die Hardheimer Mannschaft in den ersten beiden Nachkriegsjahren so gut durchtrainiert, dass die Teilnehmer an den Veranstaltungen fast immer als Sieger nach Hause kamen.


Das 25jährige Jubiläum

Das 25jährige Jubiläum wurde auf dem Werkplatz der Fa. Holzmann in einem festlichen Rahmen begangen, verbunden mit einem Wett- und Schauturnen und einem großen Festzug mit vielen auswärtigen Vereinsvertretern.
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Die Inflationszeit machte dem Turnverein schwer zu schaffen, weshalb der Verein durch die wachsende Teuerung in eine schwierige Situation kam. Man mußte auf verschiedene Festveranstaltungen verzichten. 1923 hatte die 1921 begonnene Inflation Ihren Höhepunkt erreicht. Ein US-Dollar hatte am Ende einen Wert von 4 Billionen Mark. Durch diese Inflation hatte der Turnverein sein ganzes Barvermögen verloren. Sportlich jedoch ließen sich die Turner nicht unterkriegen. Die Erfolge waren nicht aufzuhalten.
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Gründung der Handballabteilung

Im Jahre 1927 fanden sich Mitglieder zusammen, um das Sportprogramm des Turnvereins zu erweitern. Man spielte Handball und gründete eine neue Abteilung, die in den nächsten Jahren eine führende Rolle innerhalb des Vereins einnahm.


Wandern ins Jahresprogramm aufgenommen

Die positive Entwicklung des Vereins geht weiter. 1929 wurden Wanderungen in das ständige Jahresprogramm des TV aufgenommen. Der Wandergedanke wurde von den Mitgliedern und ihren Angehörigen begeistert aufgenommen. Im Frühjahr 1930 wanderten bereits 100 Turner und Turnfreunde nach Steinfurt. Auf dem Schmalberg wurde ein Werbehandballspiel unter großem Andrang der Bevölkerung ausgetragen. Die Schülerriege zeigte unter großem Beifall ebenfalls ihr Können.

Bei einem Ausflug nach Buchen nahmen wiederum über 100 Personen teil, ein Zeichen dafür, wie sehr die Wanderslust in den Turnern steckt.
[...]


Götzwanderung

In der Chronik erscheint erstmals im Jahre 1931 der Name "Götzwanderung". Sie führte abermals über 100 Wanderer nach Miltenberg, wo man sich mit dem Turnverein Wertheim, Buchen und Walldürn traf.

Die Jazzkapelle, die sich den Namen "Erftalperle" gegeben hatte, wurde sehr positiv aufgenommen.


1933 bis zum zweiten Weltkrieg

Ab 1933 ändern sich im DT teilweise die Zielsetzungen und Grundprinzipien der alten Turnerschaft. Mehr und mehr wurde der Zwang und die anfangs kaum spürbare Entfremdung von den ursprünglichen Zielen der Deutschen Turnerschaft und ihrem freiheitlichen Leben sichtbar.

In Hardheim wurde der freiheitliche Geist der alten Turnerschaft immer hochgehalten, ebenso der Sinn für Tradition und Verpflichtung gegenüber der Vergangenheit und den Männern, die den Verein zu seinen Erfolgen und seinem großen öffentlichen Ansehen emporgeführt hatten.

Die alte Garde der Turner hielt den Turnsport und die alten Traditionen des Vereins noch einige Jahre in Ehren. In die Feste drangen die neuen Zielsetzungen ein. Mit dem sportlichen Leben verbanden sich politische Aufgaben und Verpflichtungen, wie sie sich aus der gelenkten Stärkung des nationalen Bewußtseins im Volk ergaben.

In der sportlichen Schulung ging vielerorts die geistige Erziehung im Sinne des NS-Denkens einher. So wurden die neuen Ideen und Zielsetzungen als Allgemeingut angesehen. Man ließ sich von Massendemonstrationen begeistern. Der TV Hardheim blieb jedoch weitgehend seiner Tradition treu. So wurde die Götzwanderung stets mit einem Kirchgang verbunden.

Was schon lange gewünscht worden war, wurde im Jahre 1934 vollzogen. Es erfolgte der Zusammenschluß des TV mit der DJK.
[...]

Aus dem Turnverein Hardheim wurde die Turngemeinde Hardheim. [...]

In der Generalversammlung 1937 wird auf Wunsch der obersten Sportstellen die allgemeine Verjüngung in der Führung des Vereins vollzogen. Der bisherige Vorsitzende Otto Bermayer wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt.[...]

Die große Zeit des Turnsports geht zu Ende

Nach dieser Generalversammlung schlief der Turnsport fast ein. Um so eifriger wurde das Handballspiel und die Leichtathletik unter Josef Bermayer betrieben. Die Erfolge in diesen Sportarten waren beachtenswert.

Für die Jahre 1939 bis 1942 fehlen alle Eintragungen im Protokollbuch. Im Jahre 1959 wurden sie anhand von Einzelunterlagen, Zeitungsberichten und aus dem Gedächtnis von Heinz Bernhard nachträglich niedergeschrieben, von Josef Bermayer udn Erich Leiblein bestätigt und so dem Protokollbuch beigeheftet.

Die Unterhaltungsveranstaltungen, die über Jahrzehnte das Leben innerhalb des Verein prägten, konnten nicht mehr abgehalten werden. Lediglich die Maskenbälle konnten sich halten, wobei sich die Jazzkapelle "Erftalperle" durchsetzte.

Der zweite Weltkrieg

Durch die laufenden Einberufungen zur Wehrmacht wurde die Leistungsfähigkeit aller Sportvereine geschwächt. Man konnte kaum noch einen geordneten Spielbetrieb durchführen. [...]

Wie aus dem Protokollbuch zu entnehmen ist, wurde das Jahr 1941 als erfolgreichstes Kriegsjahr bezeichnet. Trotz weiterer Einberufungen stieg die Zahl der aktvien Sportler immer mehr, so daß man die Zahl der Mannschaften aufstocken konnte. Die Leistungen, die erzielt wurden, zeugen von einer guten Breitenarbeit.


Das Spiel ist aus

1942 kam die sportliche Tätigkeit des TV infolge weiterer Einberufungen fast ganz zum Erliegen. [...]


nach 1945

An der Jahreswende 1945/1946 ist die Mehrzahl der Vereinsmitglieder des TV vom Krieg bzw. aus der Gefangenschaft zurückgekehrt. Viele von ihnen hielten es für Ihre Pflicht, die Tradition des Turnvereins fortzusetzen und den Verein im Interesse der Jugend wieder ins Leben zu rufen.

Die treibenden Kräfte in dieser Zeit [...] waren es, die mit der US-Militärregierung Kontakt aufnahmen und erste Gespräche führten.

Am 23. März 1946 fand die erste Versammlung in der Brauerei Löffler statt, zu der 50 begeistere Turner und Turnfreunde erschienen. Zuerst mußte der bekannte politische Fragebogen von den künftigen Verantwortlichen des Vereins ausgefüllt werden. Außerdem mußten zwei Bürger gestellt werden, die ebenfalls durchleuchtet wurden. Die Unterlagen wurdem dem damaligen Leiter des Sportbundes [...] vorgelegt. Eine Sammlung für die Zulassungsgebühr (10 Reichsmark) ergab den erfreulichen Betrag von 121 Reichsmark.
[...]

Mit der Zulassungsgenehmigung der US-Militärregierung konnte am 28. März 1946 die erste Generalversammlung nach dem zweiten Weltkrieg abgehalten werden. Die Leitung hatte Willi Beger. Anwesend waren 70 Mitglieder.[...]

Alle anwesenden Mitglieder wurden aufgefordert, vor allem an der Verbesserung des Sportplatzes mitzuarbeiten.[...]


Die Abteilung Fußball wurde gegründet

Im Juni 1946 wurde die Gründigung einer Fußballabteilung genehmigt.
Als Abteilungsleiter wurde Josef Fischer gewählt.

Die ersten Aktivitäten wurden angeregt und die ersten Erfolge konnten erzielt werden. In dieser Zeit wurde die Schaffung eines Umkleideraumes auf der Pfarrwiese erreicht. Der katholische Stiftungsrat genehmigte die Überlassung des Geländes mit vierteljährlicher Kündigungsfrist und einer jährlichen Überlassungsgebühr von 2 Mark.
[...]


Sportplatzbau

Die Sportplatzfrage, die schon vor dem Krieg energisch aufgegriffen wurde, drängte immer mehr zu einer Lösung, zumal durch die geplante Erweiterung des Friedhofs der Sportplatz in unmittelbare Nähe rücken würde, was aus Pietätsgründen nicht vertretbar wäre. Dies war der Grund für die Vorstandschaft, Überlegungen anzustellen, welche Lösungen in Frage kommen würden.

Am 11. Mai 1948 faßte die Vorstandschaft den Beschluß, den Sportplatz auf dem alten Gelände zu vergrößern und herzurichten. Trotz der Währungsreform wurde am 28. Juni 1948 der Beschluß gefaßt, an dem Vorhaben festzuhalten und das Projekt zur Durchführung zu bringen.

Die Finanzierung mußte sichergestellt werden, weshalb man einen Sportplatzfonds gründete, in den alle übrigen Gelder einfließen sollten.

So wurde beschlossen, daß 10 % der Einnahmen aus sportlichen Veranstaltungen dem Hauptverein zufließen sollten. Der Reinerlös aus Unterhaltungsveranstaltungen und Feiern wird ganz dem Fond für den Sportplatzbau zugeführt.

Ein dreitägiges Winzerfest war die größte Veranstaltung auf diesem Sektor, was einen Reingewinn von nahezu 2000 DM erbrachte. Ein Blitzturnier, vortrefflich organisiert von Heinz Bernhard, erbrachte einen Reinerlös von 1000 DM. Auch die neue Theatergruppe wurde aktiv mit einem dramatischen Spiel "Wenn die Heimat ruft". [...] Der Erfolg der Aufführung war so groß, daß sie sieben Mal aufgeführt werden mußte. Der Reinerlös dieser Veranstaltung betrug 3000 DM. Diese Einnahmen bildeten die Grundlage für eine gesicherte Finanzierung.

Der Bauauschuß unter der Leitung von Josef Grieninger mit Max Eckert, Heinz Bernhard, Alfred Leiblein, August Hollerbach und Otto Knittel sorgte für Material und Arbeitsgeräte. Der Aufruf zur freiwilligen Arbeitsleistung an alle Mitglieder fand ein großes Echo. 12 000 freiwillige Arbeisstunden wurden von den Mitgliedern geleistet. Ende 1948 konnte der provisorisch fertiggestellte Sportplatz wieder bespielt werden, der 1949 vorläufig fertiggestellt werden konnte. Außer einer Tribüne und Bänken für 300 Zuschauer wurde das Sportplatzhaus im Rohbau fertiggestellt. Die aufgewendeten Beträge, die Materialspenden der Hardheimer Firmen sowie der Grundstückskauf beliefen sich auf 8700 DM, wovon 1879 DM als Schuld aufgenommen werden mußten. Unter großen Schwierigkeiten und großen Opfern wurde somit in der Zeit vom 11.5.1948 bis 31.8.1949 ein Werk geschaffen, das einzigartig in der Geschichte war und auf welches die Mitglieder stolz sein durften.

Das sportliche Leben entwickelte sich wieder im allgemeinen sehr positiv. Handball und Fußball absolvierten ein umfangreiches Sportprogramm. Der Turnbetrieb konnte nach der Instandsetzung des Schloßspeichers wieder aufgenommen werden. Die Leichtathleten konnten auf Kreisebene wieder Erfolge erzielen. Die Tischtennisabteilung wurde gegründet und konnte mit ihren gerade 16 Aktiven von 10 Spielen die Hälfte gewinnen. In den Jahren 1947/48 wurde im TV Hardheim sogar geboxt.
[...]


60 Jahre Turnverein Hardheim

Im Jahre 1955 feierte der Turnverein Hardheim sein 60jähriges Jubiläum. Leider konnte dieses Fest nicht in der geplanten Weise durchgeführt werden, da die Turnhallenerweiterung noch nicht vollendet war. Aus diesem Grund konnte nur ein Turnabend durchgeführt werden, bei dem die turnerischen Darbietungen den Höhepunkt darstellten. die Gründungsmitglieder Josef Eirich und Adolf Gärtner wurden mit der Verbandsehrennadel ausgezeichnet.


Eine komplette Sportanlage entsteht im Gewann Heuäcker

In der Vorstandsitzung am 4. September 1956 berichtete der 1. Vorsitzende Albert Katzenmeier erstmalig vom der Notwendigkeit eines Sportplatzbaues.

Von Seiten der Gemeinde Hardheim, aber auch der örtlichen Pfarrgemeinde, wurde der dringende Wunsch geäußert, den in unmittelbarer Nähe des Friedhofs gelegenen Sportplatz zu verlegen. Bei Beerdigungen, die oftmals an Sonntagen stattfanden, erfuhren die Betroffenen durch den Spielbetrieb empfindliche Störungen.

Der unterhalb des Friedhofs gelegene Sportplatz wurde im Jahre 1930 von der Familie Wiederroth gepachtet und 1948 zum Kaufpreis von 2400 DM vom Turnverein erworben. Der Platz hatte dem TV im Ausbau bisher nahezu 15000 DM gekostet.

Eine Besprechung aufgrund des Sportplatzbaues wurde auf den 7. September 1956 mit der Gemeinde angesetzt.

In der Generalversammlung am 29. Dezember 1956 hatte die Mitgliederversammlung einstimmig beschlossen, den alten Sportplatz zu verkaufen und einen neuen Sportplatz zu bauen.

Man erwarb Gelände im Gewann Heuäcker. Unmittelbar danach hatte man eine Planung erstellt und konnte bereits im Mai 1957 mit den Bauarbeiten beginnen. Trotz der großen baulichen Schwierigkeiten ging der Bau gut voran. Eine im Mai 1958 durchgeführte Spendenaktion zugunsten des Sportplatzbaues erbrachte ein beachtliches Ergebnis von 7000 DM, welches die Grundlage für eine gesicherte Finanzierung darstellte.

Fast gleichzeitig beschloß die Gemeinde einen Turnhallenneubau zu erstellen. Der Bau sollte im Anschluß an die Schule erstellt werden. In diesem Zusammenhang sollte auch ein Lehrschwimmbecken entstehen.

Mit dem Hallenneubau und mit dem Bau des Lehrschwimmbeckens hätte die Gemeinde und damit auch der TV eine vorbildliche Anlage, die über den Sportkreis hinaus einmalig wäre.

Das Jahr 1960 war dann eines der bedeutungsvollsten Jahre in der Geschichte des TV Hardheim. Mit der Fertigstellung des Sportplatzes mit Aschenbahn, der Turnhalle mit Gymnastikraum und Lehrschwimmbecken verfügt der Turnverein Hardheim über Sportstätten, wie sie damals im Landkreis und darüber hinaus einzigartig waren. Im Rahmen eines Sportfestes am 2. und 3. Juli 1960 wurden diese Anlagen der Bestimmung übergeben.


Schwimmabteilung wurde gegründet

Das in der Turnhalle geschaffene kleine Schwimmbad veranlaßte den Turnverein Hardheim, in der Turnratsitzung am 7. November 1960 eine Schwimmabteilung zu gründen. In der darauffolgenden Gründungsversammlung am 14. November 1960 waren 46 Mitglieder anwesend, wovon 13 Mitglieder als neue Mitglieder dem Turnverein beitraten. Die Schwimmabteilung stand unter der Führung von Abteilungsleiter Heinz Wolff.
[...]

Durch den Neubau der Turnhalle nahmen sowohl das Turnen als auch das Handballspiel einen erneuten Aufschwung. Angespornt durch diese Angebote, führten TV-Mitglieder das "Faustballspiel" ein.


Ein Trainingsplatz wird gebaut
(heutiger Kunstrasenplatz)

Die Forderung nach idealen Traininigsbedingungen war der Grund, weshalb Mitglieder des Turnvereins im Jahre 1963 bei der Gemeinde den Antrag stellten, einen Trainingsplatz zu bauen. Der Antrag kam deshalb zustande, da durch die starke Beanspruchung der TV-Sportanlage bereits nach wenigen Jahren enorme Schäden zu verzeichnen waren.

In langwierigen Verhandlungen mit der Gemeinde wurde 1963 durch den Gemeinderat entschieden, einen Trainingsplatz zu bauen. Die Bauzeit für diesen Trainingsplatz belief sich auf insgesamt 5 Jahre, weshalb man von Seiten des Turnvereins öfters bei der Gemeinde nachfragte, bis wann mit der Fertigstellung zu rechnen sei.

1966 war der Ausweichplatz größtenteils fertiggestellt. Alle hofften auf baldige Aufnahme des Spielbetriebs, aber vielerlei Arbeiten verzögerten den weiteren Ausbau. Zum anderen kam ein früher Wintereinbruch hinzu, der den gesamten Ausbau für mehrere Monate lahm legte. 1968 war es endlich soweit. Der Trainingsplatz war fertiggestellt und der Trainingsbetrieb konnte aufgenommen werden. Um die Trainingsmöglichkeiten noch zu verbessern, baute der Turnverein in Eigenregie eine Flutlichtanlage.


Kleinspielfeld

Um die Sportanlagen zu komplettieren, wurde im Jahre 1968 nach intensiven Beratungen und anschließender Besichtigung von Kleinspielfeldern vom Gemeinderat der Beschluß gefasst, zu den bestehenden Sportanlagen ein Kleinspielfeld als Hartplatz mit Kundstoffbelag zu erstellen. In nur einjähriger Bauzeit wurde zwischen der TV-Sportanlage und dem Trainingsplatz der Gemeinde ein Kleinspielfeld erstellt, das vor allem dem Kleinfeldhandballspiel und dem Fausballspiel dienen sollte. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde wurde anläßlich des Wendelinusmarktes im Jahre 1970 der neue Hartplatz im Sportzentrum Hardheim seiner Bestimmung übergeben. Bürgermeister Schmider unterstrich in seiner Ansprach die Wichtigkeit des Sportes. Es betonte, daß der Sport eine wesentliche Rolle in unserer Gesellschaft spiele.


Planung und Bau des Clubheims

Bereits im Jahre 1965 reifte der Gedanke, daß zu einer schönen und funktionstüchtigen Sportanlage auch entsprechende sanitäre Einrichtungen und Umkleideräume benötigt werden. Vorsitzender Albert Katzenmaier stellte nach langen und intensiven Gesprächen mit der Gemeinde eine vorläufige Finanzierungsmöglichkeit. Man richtete ein Baukonto ein und ging an die Planungen, die von Architekt Hans Glaser übernommen wurden.

Während der ganzen Bauzeit übernahm er die Bauleitung, und danach erklärte er sich bereit, als Sachvermögensverwalter zu arbeiten. Große Schwierigkeiten bereitete wieder einmal die Finanzierung, da die erwarteten Geldmittel des Regierungspräsidiums und der Gemeinde nicht wie gewünscht genehmigt wurden. Es galt die Bausumme von 168000 DM zu finanzieren.

Durch enorme Eigenleistungen aus allen Abteilungen und durch Materialspenden und Spenden aus der Bevölkerung konnte die Dahrlehnsaufnahme auf 28000 DM reduziert werden. Zum anderen wurden Abstriche in verschiedenen Bereichen in Kauf genommen. Zusätzlich zu den Umkleide- und Sanitärräumen richtete man einen Bewirtungsraum ein, der allen Sportlern die Möglichkeit geben sollte, sich in gemütlicher Atmosphäre zu treffen.

Im Jahre 1967 konnte mit dem Rohbau begonnen werden. Dies war Grundlage für einen reibungslosen Ablauf, so daß mann nach nur zweijähriger Bauzeit das Clubheim im Jahre 1970 seiner Bestimmung übergeben konnte.


75jähriges Bestehen

Der Turnverein Hardheim feierte vom 6. bis 8. Juli 1970 sein 75jähriges Bestehen. Aus diesem Anlaß sollte ein Fest abgehalten werden. Man kam überein, kein Festzelt aufzustellen, sondern die Veranstaltung in der Erftalhalle abzuhalten, während die sportlichen Veranstaltungen sich auf dem Sportgelände abspielen sollten. Es wurde ein Festausschuß ins Leben gerufen, dessen Leitung Hermann Düll übernahm. In vielen Gesprächen und Verhandlungen wurde dem Turnrat vorgeschlagen, eine Festschrift herauszubringen und gleichzeitig ein neues Wappen vorzustellen.

Das Jubiläum begann mit einem Festbankett in der Erftalhalle, an dem Vertreter des Sportbundes, der Politik und Personen des öffentlichen Lebens teilnahmen. Die musikalische Umrahmung gestaltete die Musikkapelle Königheim und die Sänger des Gesangvereins Liederkranz. Das übrige Festprogramm wurde von allen Abteilungen des Turnvereins mitgestaltet, so daß man im nachhinein feststellen konnte, daß es eine gelungene Veranstaltung war.


Weitere Baumaßnahmen

Nach Fertigstellung des Clubheims wartete ein neues Problem auf seine Inangriffnahme. Nach 10jähriger Benutzung der leichtathletischen Anlagen war es höchste Zeit, die Herrichtung der Aschenbahn vorzunehmen, um größere Schäden vom Verein abzuwenden. Da die finanziellen Mittel auf dem Nullpunkt waren, versuchte man Wege zu gehen, die nicht üblich sind. In Zusammenarbeit mit der Bundeswehr konnte die Anlage mit verhältnismäßig geringen finanziellen Mitteln wieder so hergerichtet werden, daß wieder problemlos Sport getrieben werden konnte. Zusätzlich kam man nach Besichtigung der gesamten Anlage überein, daß auch der Rasenplatz renoviert werden müßte. Dies war eine Entscheidung, die den Verein finanziell an die Grenzen seiner Möglichkeiten brachte. Das Projekt wurde durchgezogen und nach einjähriger Liegezeit wurde der Platz wieder für den Spielbetrieb freigegeben.

Der geplante Anbau am Clubheim mit Keller, Geräteraum, Tribüne und Berieselungsanlage mußte um ein Jahr verschoben werden, so daß man schließlich im Jahre 1974 dieses Vorhaben nach Aufnahme eines Darlehns in Höhe von 30000 DM realisieren konnte. Um die Schuldenlast abtragen zu können, entschloß man sich, mit Werbepartnern Verträge abzuschließen und hierfür angemessene Beträge zu erhalten.


Förderverein Große Sporthalle

Am 24. Mai 1977 wurde in der Erftalhalle der Förderverein "Große Sporthalle" gegründet, der das Ziel hatte, den Bau einer Sporthalle zu unterstützen.
Erster Vorsitzender des Vereins wurde Bürgermeister Hornberger, während Rudi Merz zum Geschäftsführer gewählt wurde.

Unter neuer Führung begann 1980 eine große Mitgliederwerbung, bei der über 500 Mitglieder gewonnen werden konnten.

Zahlreiche Maßnahmen und vielfältige Aktivitäten sowie eine große Spendenaktion ermöglichten eine Zusage gegenüber der Gemeinde in Höhe von 300.000,-- DM.


Die sozialen Aufgaben des Vereins

Der Turnverein Hardheim hat sich in den Jahren seines Bestehens immer wieder mit Problemen der Jugend befaßt. Er äußerte sich auch zum Thema "Sport mit arbeitslosen Jugendlichen". Hierbei stellte sich seit Jahren im organisierten Sport die Aufgabe, die spezifischen Wirkungsmöglichkeiten des Sports auch für sozial benachteiligte Gruppen und Personen zur Geltung zu bringen und einen Beitrag zur Bewältigung der psychischen und sozialen Fragen von Jugendarbeitslosigkeit zu leisten. Der Turnverein mußte sich in der gesellschaftlichen Funktion des Sports Problemen der Jugendarbeitslosigkeit stellen. Daß sich der Turnverein dieser Aufgaben bewußt ist, beweist, daß innerhalb des Vereins keine Unterschiede über die Herkunft gemacht werden. Jugendliche, die im Turnverein ihren Sport betreiben wollen, sollen sich wohl fühlen.

Nach der Öffnung der Mauer zur ehemaligen DDR, wurden in Hardheim sehr viele Aus- und Übersiedler untergebracht. Der Turnverein Hardheim war sich seiner Pflicht als sporttreibender Verein bewußt und vollzog einen Akt der Nächstenliebe. Die Vorstandschaft des TV Hardheim besuchte zusammen mit Vertretern der Bundeswehr Kinder aus Familien von Aus- und Übersiedlern. Es wurde eine Weihnachtsfeier gestaltet und Geschenke überreicht. Alle Neubürger, die sich unserem Verein angeschlossen hatten, hatten ein beitragsfreies Jahr im Turnverein Hardheim.


90jähriges Jubiläum

Das 90jährige Jubiläum des Turnvereins Hardheim wurde vom 28. Juni - 1.Juli 1985 im Rahmen eines Festes gefeiert. Aus Anlaß dieses Jubiläums wurde vom Turnverein eine Vereinsfahne angeschafft, die im Rahmen des Festgottesdienstes geweiht wurde.

Das Jubiläum begann mit einem Festbankett, bei dem der ehemalige Vorsitzende Felix Hippler zum Ehrenmitglied ernannt wurde. [...]

Innerhalb des Rahmenprogrammes stellte sich der Turnverein Hardheim mit seinen Abteilungen vor, wobei man einen Einblick in die Breitenarbeit bekam. Ein weiterer Höhepunkt dieses Jubiläums war das Gaukindertreffen des Sportkreises Buchen, bei dem über 500 Kinder teilnahmen.


Walter Hohmann Sporthalle

Im Jahre 1984 wurde für die Aktiven des Turnvereins ein Traum war. Die Gemeinde hatte die Sporthalle nach 2jähriger Bauzeit der Bestimmung übergeben. Damit waren die Voraussetzungen geschaffen worden, um die bisher durchgeführte Breitenarbeit noch zu intensivieren. Desweiteren hatten wir nun die Möglichkeit, im Leistungssport nach höheren Zielen zu greifen. Mit dem Bau der Sporthalle waren allerdings nicht alle Probleme beseitigt. Alle sportteibenden Vereine der Gemeinde drängten hinein, und jeder wollte die idealen Trainingszeiten. Nach anfänglichen Unstimmigkeiten spiele sich auch dieser Punkt ein, weshalb zwischenzeitlich in der Sporthalle ein geregelter Sportbetrieb duchgeführt werden kann.


Gründung einer Radsportabteilung

"Zweiradkünstler bekommen eine neue Heimat", dies waren die einleitenden Worte des Vorsitzenden Walter Beger bei der Gründungsversammlung der Radsportabteilung. Der Turnrat hatte in seiner Sitzung im Februar 1986 entschieden, eine Radsportabteilung innerhalb des Turnvereins neu aufzunehmen.

In der Gründungsversammlung am 2. April 1986, zu der 15 Radsportfreunde anwesend waren, kam zum Ausdruck, welche Bedeutung man im TV der Gründung einer Radsportgruppe beimaß und wie man nachdrücklich darum bemüht war, Radsportfreunden verschiedenen Alters und vielseitigen Interessen entgegenzukommen und ihre sportlichen Aktivitäten in einer Abteilung im TV zu ermöglichen.

Radfahren im Verein wollten viele, doch zur Übernahme von Verantwortung allerdings zeigten sich nur wenige bereit. Das war auch mit ein Grund, weshalb nur eine kommisarische Abteilungsleitung mit Karl Bauer an der Spitze gewählt werden konnte. Mit der Gründung dieser Abteilung und der Schaffung einer BMX-Gruppe wollte man sich Impule und Anregungen von den Fachverbänden einholen. Der Bau eines Übungsgeländes wurde in Erwägung gezogen. Man baute innerhalb des TV-Sportgeländes eine Rampe, um sich dem Freesyle-Fahren zu widmen. Die jungen Fahrer konnten bei den Badischen und Deutschen Meisterschaften sowie bei den Weltmeisterschaften im Jahre 1988 hervorragende Erfolge erzielen.

So belegten die BMX-Fahrer Andreas Olbrich, Achim Bauer, Götz Nissel und Manfred Dörr bei ihren zahlreichen Starts hervorragende Plätze. Beim internationalen Freestyle-Wettkampf in Hemsbach belegte Achim Bauer den 1.Platz und Götz Nissel den 3. Platz. Bei den Weltmeisterschaften für Freestyle in Paris, an dem 150 Teilnehmer aus allen Ländern der Welt teilnahmen, belegte Götz Nissel den 8. Platz und Achim Bauer den 11. Platz. Bei vielen Werbeveranstaltungen und Festlichkeiten verschiedener Vereine in der näheren Umgebung zeigten die jungen Zweiradkünstler ihr ganzes Können.

Leider war es den Verantwortlichen nicht möglich, weiteren Nachwuchs zu finden, um die Grundlage für einen weiteren Fortbestand dieser Abteilung zu gewährleisten. Zum anderen wurden die Sicherheitsbestimmungen bei der erstellten Rampe derart hoch festgesetzt, daß man den Trainingsbetrieb aus Sicherheitsgründen einstellen mußte. Die Einstellung dieses Trainingsbetriebs kam einer Auflösung der Abteilung gleich, weshalb man den Sportbetrieb zum 1. Januar 1993 einstellen mußte.


Bau eines Geräteraumes

Der Verein wurde immer größer, die Abteilungen wurden aktiver und die Anzahl der benötigten Sportgeräte nahm zu. Die vorhandenen Räumlichkeiten reichten nicht mehr aus, um die gesamten Gerätschaften aufzubewahren. Deshalb hat der Turnrat 1985 einstimmig entschieden, im hintern Bereich der Sportanlage einen Geräteraum zu erstellen.

Wie bei allen Bauvorhaben des Vereins, spielte auch hier der finanzielle Faktor die bedeutende Rolle. Die Vorstandschaft verhandelte mit dem Badischen Sportbund und mit der Gemeinde. Nachdem die Gemeinde ihre Zusage gegeben hatte und ein Drittel der Kosten übernahm, wurde als Gegenleistung von Seiten des TV den Schulen ein Teil des Geräteraumes überlassen. 1987 konnte mit dem Bau begonnen werden, der verhältnismäßig zügig über die Bühne ging. Mit der Erstellung von Fertiggaragen war ein großes Stück Arbeit getan. Zusätzlich mußte ein Dach angebracht werden, um dem städtebaulichen Charakter zu entsprechen.

Im Jahre 1984 faßte die Handballabteilung den Beschluß, unterhalb der großen Sporthalle einen Geräteraum zu erstellen. Die Planungen wurden erstellt und die Kosten mit 20000 DM veranschlagt. Der Raum sollte vorwiegend in Eigenarbeit erstellt werden. Bald war der Rohbau erstellt, aber die Arbeiten gingen nicht mehr weiter. Der Turnverein übernahm dieses Projekt und ließ Franz Kropf eine Plaunung für einen Kraftraum erstellen. Der von ihm erstellte Kostenrahmen von 45000 DM konnte eingehalten werden. Mit der Fertigstellung dieses Raumes verfügt der Turnverein nun über einen modernen und funktionsfähigen Kraftraum.


Das Sportheim bekommt ein neues Outfit

Nach Abschluß aller Arbeiten galt für die Verantwortlichen die Devise, das Geschaffene zu erhalten und weiter auszubauen, um über Jahre hinaus für unsere Jugend im Turnverein optimale Voraussetzungen zur Ausübung ihres Sportes zu haben. Dies war Anlaß für die Vorstandschaft im Jahre 1992 zum einen, Überlegungen anzustellen und die Sportanlage insgesamt zu renovieren und zum anderen, das Sportheim, in dem sich nicht übersehbare Schäden zeigten, grundlegende instandzusetzen.

Es wurde geplant und abgewogen, was machbar und vor allem finanzierbar wäre. Für die Außenanlage war vorgesehen, Teile der Anlage in Kunststoff zu bauen und den Rest so sicherzustellen, daß problemlos und gefahrlos Sport betrieben werden könnte. Die Kosten für dieses Vorhaben beliefen sich auf ca. 150000 DM.

Beim Sportheim sah die Sache etwas anders aus. Die Heizung war defekt, die Wasserversorgung gestört, das Stromnetz brach oftmals zusammen, der Sanitärbereich entsprach nicht mehr den Anforderungen und die gesamte Bausubstanz bedurfte einer genauen Untersuchung. Dies waren Faktoren, aufgrund derer der Turnrat nach ausgiebiger Beratung und Information den Beschluß faßte, das Sportheim zu renovieren. Immer wieder kam die Finanzierung auf den Tisch, denn die Kostenberechnung belief sich auf 250000 DM. Eine Summe die nicht finanzierbar schien.

Nach langen und ausgiebigen Gesprächen mit Bauunternehmer Herrn Arnold Hollerbach, hat der Turnrat einstimmig beschlossen, die Renovierung des Sportheims im Jahre 1994 durchzuführen. Nach einer Bauzeit von vier Monaten konnte das Sportheim seiner Bestimmung übergeben werden.

Bei Bau der Sportanlage galt es, die Vorstellungen umzusetzen. Die Verantwortlichen verhandelten mit Bürgermeister Hornberger, um nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen. Beide Seiten hatten das Ziel vor Augen, eine Sportanlage zu bauen, die nicht nur gegenwärtig, sondern auch zukünftig Ansprüchen entsprechen sollte.[...]


Struktur des Vereins

Der Turnverein Hardheim ist von der Struktur her gesehen ein Verein, der sich vorwiegend mit der Ausübung sportlicher Tätigkeiten befaßt. Diese sportlichen Tätigkeiten werden in den Abteilungen Fußball, Handball, Leichtathletik, Tischtennis, Turnen und Volleyball betrieben, wobei insbesonders Wert auf Breitenarbeit gelegt, und in den Abteilungen Fußball und Handball auch Leistungssport betrieben wird.

Die Hauptvorstandschaft hat sich vorwiegend mit der Verwaltung des Vermögens, der Organisation, der Planung und Finanzierung aller Vorhaben des Turnvereins zu befassen. Wenn man die Zeitgeschichte vergleicht, kann man feststellen, daß sich die Aufgaben geändert haben.

Eines unserer Hauptprobleme in dieser schnellebigen Zeit ist die Verwaltung der Finanzen. Was früher als selbstverständlich galt, wird heute durch Bürokratie erschwert. Kannte man früher das Finanzamt nur als Arbeitnehmer oder Arbeitgeber, so wird man heute als Verein wie selbige behandelt. Aus dem Verein früherer Jahre wurde ein Unternehmen, bei dem Steuern und Abgaben bezahlt werden müssen. Diese Mittel fehlen dann dem Verein zur Erfüllung seiner eigentlichen Aufgaben, weshalb gerade die Vereinsführung mit diesen Problemen zu kämpfen hat.

Die Vereinsführung der heutigen Zeit muß Vorstandschaft, Manager und Vermittler in einem sein. Sie hat die Aufgabe, junge Menschen an diese Arbeit heranzuführen, um sie für die ideale des Sports zu begeistern.


Schlußworte

In den Abteilungen wurde alles getan, um die Tradition des Vereins und seine Erfolge forzusetzen und ein Leistungsbild zu bieten, wie es dem Ansehen des Vereins und der Gemeinde entspricht.

Der Turnverein Hardheim hat trotz der schweren Schicksalsschläge, die er während seines über 100jährigen Bestehens zu verkraften hatte, immer wieder turn- und sportbegeisterte Männer und Frauen gefunden, die sich in den Dienst des Sportes gestellt und den sportlichen Idealen mit Erfolg gedient haben.

Möge diese Chronik unseren Nachkommen den Idealismus, wie Ihn unsere Väter vorgelebt haben, etwas näher bringen, um den Verein nach deren Grundsätzen und Vorstellungen weiter führen zu können.


Vorsitzende des Turnvereins
21.07.1895 - 1905   Alexander Sauter
1905 - 1906   Philipp Breunig
1906 - 1910   Wilhelm Bader
1910 - 1912   Rudolf Böhrer
1912 - 1913   Hermann Henn
1913 - 1924   Otto Saffri
1924 - 1938   Otto Bermayer
1938     keine Aufzeichnungen
1942     Geschäftsführender Vorstand Franz Hallbaur
1946 - 1947   Wilhelm Beger
1947 - 1952   Max Eckert
1952 - 1970   Albert Katzenmaier
1970 - 1972   Felix Hippler
1972 - 1984   Rudolf Merz
1984 - 1985   2. Vors. Otmar Bernhard
1985 - 1990   Walter Beger
1990 - 2007   Klaus Rubel
2007 - 2008   Bernd Spatz
2008 -2012   Joachim Egenberger
2012 - heute  
Vorstand Gremien u. Verwaltung - Tobias Künzig
Vorstand Sport-  Eric Bachmann
Vorstand Finanzen - Carmen Gärtner
Vorstand Liegenschaften - Klaus Kressner
Vorstand Öffentlichskeitsarbeit - nicht besetzt